Zahnarztpraxis Dr. Jochen Kuhn
Zahnarzt / Zahnarzt für Naturheilkunde
Kiefergelenks-Diagnostik, Funktionsanalyse, SchienenBehandlung
Kiefergelenkserkrankungen, deren Diagnose und TherapieDas Kiefergelenk, die Kaumuskulatur und die Zähne bilden eine funktionelle Einheit, die optimal zusammenarbeiten muß, damit eine ungestörte Kaufunktion ermöglicht wird. Wenn nun in einem Bereich eine Fehlfunktion auftritt, wird das gesamte System überlastet, was zu Kiefergelenksgeräuschen, zu Schmerzen im Gelenk und der Muskulatur und langfristig auch zu degenerativen Veränderungen (Arthrosen) im Gelenk führen kann.
Normalerweise haben die Zähne im Laufe eines Tages (24 Std.) nur wenige Minuten direkten Kontakt miteinander (max. 30 min.). Die Kaumuskulatur hat also genügend "freie" Zeit, um sich zu entspannen. Diese "freie" Zeit kann nun durch länger andauernde Muskelanspannung zum Teil drastisch verkürzt werden. Hierfür können verschiedene Ursachen verantwortlich sein:
- Störungen in der Verzahnung (das Gelenk wird ständig in eine unpassende Position gedrängt, der Körper versucht durch Knirschen und/oder Pressen, die Störung abzureiben)
- Unbewältigter Streß („sich durchbeißen“)
- Haltungsfehler z.B. am Arbeitsplatz (Bildschirmarbeit) mit ungenügenden Bewegungspausen
- Unfälle
- Fehlstellungen im Bereich der Wirbelsäule und des Beckens, die sich auch auf die Kiefergelenke auswirken können
Um solche Störungen richtig erkennen zu können, ist eine genaue Untersuchung des gesamten Kausystems notwendig, die sich in zwei Bereiche aufteilt.
Der erste Bereich ist die sogenannte klinische Funktionsanalyse. Dabei werden die Zähne, das Gelenk und die Muskulatur auf Veränderungen und Auffälligkeiten untersucht. Dies geschieht in der zahnärztlichen Praxis.
Der zweite Bereich ist die sogenannte instrumentelle Funktionsanalyse. Sie folgt zeitlich der klinischen Funktionsanalyse. Dazu wird der Kiefer und der Gesichtsschädel genau vermessen, es werden Abdrücke für Modelle der Kiefer angefertigt und die sogenannte Zentrikregistrierung (Zuordnung des Unterkiefers zum Oberkiefer in Bezug zum Gelenk) durchgeführt. Dann wird mit diesen Unterlagen im zahntechnischen Labor die Situation im Kiefer "nachgebaut". Die Modelle sind dann in einem sogenannten Artikulator eingesetzt, der Ihre Kieferbewegungen so nachahmen kann, wie sie in Wirklichkeit ablaufen. Der Vorteil hierbei ist, dass man in diesem Gerät die Kiefer von allen Seiten (also auch von hinten) und bei allen Bewegungen begutachten kann und so Störungen in der Bewegung und der Verzahnung besser erkennen kann, als dies im Mund möglich ist.
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| Vermessung und Aufzeichnung der Kiefergelenksbewegung mit einem Gesichtsbogen | Artikulator mit eingesetzten Modellen |
Man kann darüber hinaus die Kiefermodelle verändern, um herauszufinden, wie sich eine Veränderung der Zahnstellung und/oder der Kieferbeziehung zueinander in der Funktion auswirken würde. Dadurch kann man im Gips mehrere mögliche Behandlungen simulieren, um die optimale Behandlung für Sie herauszufinden.
Meist wird sich an diese Untersuchung als erste Behandlungsmaßnahme eine Schienentherapie anschließen. Dabei werden mit einer Aufbißschiene (nicht zu verwechseln mit der einfachen Knirscherschiene, die ohne genaue Anpassung einfach über die Zähne gestülpt wird) die Kiefergelenke zuerst in eine entspannte Position gebracht.
Dies kann je nach Ausmaß der Störung mehrere Wochen bis einige Monate brauchen. In dieser Zeit kann begleitend eine Physiotherapie notwendig sein, um Verspannungen in der Muskulatur und Blockierungen oder Fehlstellungen der Wirbelsäule zu behandeln.
Ist durch diese Maßnahme eine stabile und vor allem schmerzfreie Position gefunden, wird diese noch einmal in den Artikulator übertragen, um zu überprüfen, ob und wie man diese Position durch Veränderungen der Zähne im Mund erreichen kann.
Dazu wird bei Bedarf auch ein Kieferorthopäde und ein Kieferchirurg hinzugezogen, da manchmal mit einfachen Veränderungen der Zahnform (einschleifen oder aufbauen) kein befriedigendes Endergebnis erreicht werden kann.
Um Störungen in der Verzahnung bei Anfertigung von Kronen und anderem Zahnersatz von vornherein zu vermeiden, wird die instrumentelle Funktionsanalyse in unserer Praxis grundsätzlich bei diesen Behandlungen angewendet.
Die Kosten für diese Untersuchung und Behandlung richtet sich nach dem tatsächlichen Aufwand (je nach Beschwerdebild). Sie bekommen vor Beginn auf jeden Fall eine Kostenaufstellung für Ihren speziellen Fall.
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.uni-koeln.de/med-fak/zahn/vorklinik/patinfo/



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